Reform der Verrechnungssteuer: Mehreinnahmen auch bei höheren Zinsen

Kevin -  Kampagnenteam
Kevin - Kampagnenteam
24 June 2022 Lesezeit: 2 Minuten
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Bundeshaus
Mit steigenden Zinsen werden die Nachteile der heutigen Verrechnungssteuer für die Schweiz noch gravierender. Die Abwanderung des Geschäfts mit Anleihen ins Ausland wird sich noch mehr beschleunigen. Mit einem Ja zur Reform der Verrechnungssteuer kann dies korrigiert werden. Geschäft und damit Steuereinnahmen können zurück in die Schweiz geholt werden. Nicht höhere Steuerausfälle, sondern Mehreinnahmen sind das Resultat der Reform.

Gastbeitrag von Nicholas John, Public Affairs Manager, SwissBanking

Die steigenden Zinsen führen angeblich zu höheren Steuerausfällen, sollte die Reform der Verrechnungssteuer am 25. September angenommen werden. Dieser mechanischen Argumentationslinie werden die Gegner über die nächsten drei Monate treu bleiben. Dass die «Milchbüchlirechnung» hinten und vorne nicht aufgeht, zeigt ein einfaches Beispiel.

In diesen sommerlich heissen Tagen eignet sich hierfür am besten eine Badi. Nehmen wir an, dass der Eintrittspreis für die Badi heute bei CHF 8 liegt. Nun könnte sich der Bademeister entscheiden, den Badi-Eintritt auf CHF 800 zu erhöhen. Macht der Bademeister dadurch einen grösseren Umsatz? Natürlich nicht, denn bei einem Eintrittspreis von CHF 8, kommen täglich 500 Gäste in die Badi. Bei einem Eintrittspreis von CHF 800 kommen vielleicht 3 Gäste pro Tag. Die übrigen 497 Gäste verteilen sich auf die umliegenden Badis. 497 Gäste weniger, die nun auch noch weniger Bratwürste und weniger Eis kaufen. Welches Szenario sich besser auszahlt, muss wohl nicht vorgerechnet werden.

Oder doch? Denn die Referendumsführer scheinen diese einfache Rechnung nicht vor Augen zu haben. Sie argumentieren damit, dass höheren Zinsen zu höheren Steuerausfällen führen. Dabei ist die Situation vergleichbar mit der Badi. Nur weil etwas mehr kosten wird, heisst es nicht automatisch, dass auch Mehreinnahmen generiert werden.

 

500 x CHF 8 = CHF 4'000 | 3 x CHF 800 = CHF 2’400
(Der Umsatz aus Bratwurstverkauf und Eis nicht einmal mitgerechnet!)

 

Sind die Steuern auf Zinsen tief wie im Beispiel der Eintrittspreis, werden mehr Personen in Anleihen investieren. Sind die Steuern auf Zinsen hoch, werden nur wenige in Anleihen investieren. Davon profitieren andere Märkte mit niedrigeren oder gar keinen Steuern auf Zinsen. Denn wie die Badibesucherinnen und -besucher, werden sich die Investoren auf umliegende Märkte verteilen.

Die Schweiz, ihre Unternehmen und die öffentliche Hand haben bereits heute, bei tiefen Zinsen einen Nachteil. Deshalb ist das Geschäft mit Anleihen ins Ausland abgewandert. Soll der Nachteil bei steigenden Zinsen noch grösser werden? Glauben wir ernsthaft, die Investoren werden darauf nicht reagieren? Die Wahrscheinlichkeit, dass sich das Geschäft mit Anleihen noch stärker ins Ausland verlagert, ist bei steigenden Zinsen noch höher.

Oder senken wir – um im Bild zu bleiben – die Badipreise und verdienen über Bratwurstverkauf und Eis insgesamt mehr? Den Entscheid können Sie am 25. September treffen – mit einem JA zur Reform der Verrechnungssteuer!